Sonntag, 28. September 2008

Triathlon

Ich hatte gestern eine 11. und 12. Klasse aus Memphis hier die hier einen Global Gateway gemacht haben (eine Nacht im Village geschlafen). War eine ganz lustige Gruppe; ich musste das ganze allerdings noch nicht ganz alleine leiten sondern hab vorerst nur eine Helferrolle eingenommen. Am Nachmittag hab ich dann mit einer Kirchengemeinde ebenfalls aus Memphis eine Low Challenge gemacht, also Gruppenaktivitäten, Teamwork etc. Das hat auf alle Fälle viel Spaß gemacht und merke langsam, dass die Challenge Programme mir am besten gefallen. Es ist teilweise ziemlich ähnlich zu den Sachen, die ich schon als Jugendleiter in Deutschland gemacht habe. Gestern abend war dann hier das erste TV-Battle zwischen McCain und Obama und fast jeder hier saß vor der Glotze und hat das verfolgt.

Heute hab ich dann frei gehabt und bin dann heute früh einen Triathlon gelaufen (Laufen, Fahrrad fahren, Schwimmen). Der Triathlon war nur von der Ranch, also das ganze sehr klein. Wir waren ca. 15 Leute. Laufen war leider nur sehr kurz (1 Meile), Fahrrad fahren (6 Meilen dabei aber ein richtiger langer und fieser Berg) und Schwimmen irgendwas um die 500 Meter (einmal quer über den See und zurück). Ich hatte in der Nacht noch nen richtig fiesen Wadenkrampf gehabt und hatte schon gedacht dass ich nicht richtig mitlaufen könnte, ging dann aber ganz gut. Bin leider etwas zu langsam gelaufen, weil ich dachte, dass das Laufen länger wäre, Fahrrad fahren lief super. Bin zusammen mit Travis am See angekommen (Zweiter und Dritter). Bin aber beim Schwimmen ein wenig langsam gewesen und bin dann am Ende vierter geworden. Aber eigentlich geht es gar nicht um irgendwelche Platzierungen, es hat einfach super Spaß gemacht und war auch ganz gut anstrengend. Übrigens hab ich so endlich mal den geilen See hier gesehen. Und: Ich hab mein erstes amerikanisches Bier getrunken ;-) Es war eine super Stimmung und wir sind uns alle sicher, dass wir das ganze im Frühjahr nächsten Jahres nochmal machen wollen.

In unserem Haus hat sich auch etwas getan. Rebecca ist gestern nach nun 5 Monaten Freiwilligendienst auf der Ranch nach Hause gefahren. Bye Becca. Damit sind wir jetzt nur noch 5 in unserem Haus. Wir müssen übrigens jetzt bald hier für zwei Wochen raus, weil wir dann ein neues Dach bekommen, dass dann hoffentlich wasserdicht ist.

Die Gruppe aus Memphis beim Global Gateway

Ryan, ich und Travis (v.l.r.) im Ziel

Unser schöner Badesee

Donnerstag, 25. September 2008

Impressions der letzten Tage

Eigentlich habe ich nicht viel zu erzählen. Hatte heute erneut einen Field Trip mit einer fünften Klasse. Ist alles super gelaufen! Ansonsten bin ich diese Woche zum ersten Mal einen richtigen amerikanischen Truck gefahren. Automatik selbstverständlich... Aber mit mächtig Power unterm Sattel. Die Türen kann man nur von außen aufmachen, das Gaspedal muss man nur anschauen, und das Teil legt los, und selbst wenn man kein Gas gibt, fährt das Ding im Gang "D" so ca. 10 Meilen. Witzig, aber etwas ungewohnt schon. Bin mit dem Teil so Hügel hochgedonnert. Sachen die man mit einem normalen Auto niemals machen könnte, weil sofort die Achsen durchbrechen würden. Das schleudert einen auch im Truck richtig gut druch, aber die halten alles aus, und dementsprechend rasen hier auch alle über die Riesenschlaglöcher, Wiesen, Wälder etc.
Außerdem hab ich dann auch die Prüfung auf dem Golfcart gemacht. Wir haben eins mit Benzin und eins mit Elektrizität. Das elektrische ist auf alle Fälle fünfmal schneller und viel besser im Händling. (Ich bin es übrigens schon letzte Woche illegalerweise mit Jay, meinem Cheffe gefahren). Aber lustig ist das Teil auf alle Fälle.

Ansonsten hier ein paar Impression der letzten zwei Tage:
Sonnenuntergang vor meinem Haus

Dienstag, 23. September 2008

Erster Fieldtrip

Ich habe heute meinen ersten wahren Field Trip geleitet. Ich hatte die vierte Klasse der Eagle Middelschool of Arkansas zu besucht. Eine nette Truppe und irgendwie auffällig ist, dass irgendwie jeder zweite hier Wurzeln in Deutschland hat. Einer der Betreuer lebte ein paar Jahre in Deutschland, ein Kind war sogar in Deutschland geboren, ist dann aber nach einem Jahr in die USA gezogen. Man merkt wirklich dass die USA ein, relativ gesehen, sehr junger Staat ist und sich zu 99% aus Auswanderern aus Europa formiert hat. Auch Lyle unser Tractordriver hat Wurzeln in Deutschland.

Der Field Trip hat eigentlich ganz gut geklappt, alle waren zufrieden und das war gut so. Natürlich gibt es immer an der ein oder anderen Stelle etwas zu verbessern, aber das wird sich im Laufe der Zeit geben. Ich hab dann den Lehrer gefragt, ob ich für meine private Sammlung ein Foto von unserer Gruppe machen dürfte:

Freitag, 19. September 2008

Footballgame

Ich war heute mit Josh, Becca und Erin auf meinem ersten Footballgame hier in Perryville. Die Perryville Mustangs haben gegen die Carlisle Bisons gespielt. Perryville hat ein kleines Stadion, ich schätze mal, dass dort ca. 2.000 Zuschauer oder so hineinpassen. Es war auch eigentlich ziemlich voll. Eintrittspreis 4 $. Die Mustangs hatten bis heute in der Saison bisher alles gewonnen. Heute haben sie gegen die Bisons allerdings nur unentschieden, 13 zu 13 gespielt.

Beim Zuschauen und Fotografieren bin ich mit einer Frau ins Gespräch gekommen, deren Tochter Viktoria im Cheerleaderteam war und hier in Perryville zur Schule geht. Sie hat mich gefragt ob ich ihr ein paar meiner Fotos zuschicken könnte. Ansonsten gab es hier wie man es vom American Football kennt in allen Pausen Cheerleadingchoreographien oder irgendwelche Big Bands.


Mal sehen ob ich nächste Woche wieder zu den Mustangs gehe. Spaß hat es auf alle Fälle gemacht, und so langsam aber sicher fang ich wirklich an, Football richtig geil zu finden ;-) (Auch wenn ich es lieber nicht selber spielen möchte, da zu brutal, macht es doch Spaß zuzugucken!)

Morgen der Global Village Day (Tag der offenen Türe). Dann bricht hier die Hölle aus.

Dienstag, 16. September 2008

Arkansas Driver's License

Eigentlich gibt es gar nicht soviel neues von hier aus zu berichten. Die ganze Ranch ist ständig auf den Beinen um möglichst alles für Samstag, den Global Village Day, vorzubereiten. Global Village Day ist sozusagen die Saisoneröffnung und eine Art Tag der offenen Türe. Es werden so wie jedes Jahr mehrere tausend Besucher erwartet und dann ist hier das erste Mal seitdem ich da bin, wirklich richtig was los. Für den Tag haben wir gestern extra alle Wege und umliegenden Highways vom Müll entfernt (ein scheiß Job! Man fühlt sich wirklich wie ein Müllmann, ein einmalige Erfahrung hoffentlich). Morgen habe ich sozusagen meine Generalprobe und muss meine erste Führung über die Ranch leiten. Mal sehen wie es klappt, ich hoffe, ich habe mich gut genug vorbereitet und hab morgen alles im Kopf.
Den heutigen Nachmittag habe ich genutzt um mir meinen Führerschein hier in Arkansas zu besorgen. Ging wirklich alles ganz unkompliziert, musste meinen deutschen Führerschein, Personalausweis, Reisepass, Visa etc. vorzeigen. Einem werden auch Fragen gestellt wie: "Dürfen wir Ihre Organe haben, wenn sie bei einem Unfall sterben?" oder "Haben Sie einen U.S. Militärdienst geleistet?" <- Da ich übrigens auf die Frage mit nein geantwortet habe, erhalte ich in den nächsten Tagen Post von der U.S. Army, indem ich gefragt werde, ob ich nicht doch dienen will... Lustig... das zum Thema Friedensdienst. Hab danach der Frau dann freundlicherweise geholfen den deutschen Führerschein zu übersetzen. Die hat dann alles ans verantwortliche Büro nach Little Rock zur Kontrolle geschickt. Nach etwa 1,5 Stunden habe ich dann meinen neuen Führerschein bekommen. Und so sieht er aus:
Der Führerschein ist jetzt erstmal die Basis, damit darf ich bis jetzt genauso wie mit dem deutschen Führerschein auch "nur" Auto fahren. Hinten auf der Karte kann man aber nun die weiteren bestandenen Prüfungen eintragen lassen. Für den Motorradführerschein muss ich genau eine Seite im Führerscheinbuch lernen, bekomme dann 10 Fragen gestellt und erhalte dann bei erfolgreicher Beantwortung einen vorläufigen Führerschein für 6 Monate (Die Frau meinte, man kann da gar nicht durchfallen...). Danach darf ich mir dann offiziell ein Motorrad in den USA kaufen. Um den Motorradführerschein dann komplett zu machen, muss ich dann noch eine praktische Prüfung absolvieren: Auf einem Parkplatz eine Acht fahren, absteigen und das Motorrad sichern, dass es nicht umkippt. Klingt simpel, ist es auch ;-) Problem ist nur derzeit, dass ich nicht weiß, woher ich das Motorrad für die Prüfung herbekomme, vielleicht muss ich mir ein günstiges kaufen. Mal sehen...

Für alle Motorradhasser oder Um-mich-nun-bangende-Personen: Ich werde hier nicht Motorradfahren; die Straßenverkehrsregeln habe ich hier eh nicht verstanden. Die sind irgendwie total anders als in Deutschland. Es gibt kein Rechts-vor-links, sondern die Regel, wer zuerst kommt, darf zuerst fahren usw. Ich will den Motorradführerschein ja nur machen, damit ich den in Deutschland dann nutzen und mich dann dort zu Tode fahren kann :-)

So on! Bye Bye,
See you later, aligator,
after a while, crocodile!

Sonntag, 14. September 2008

Auf den Spuren von Bill Clinton!

Anders als ich erwartet hatte, hat Tornado Ike hier gestern abend doch noch ganz ordentlich gewütet. Einige riesengroße Bäume sind auf der Ranch einfach entwurzelt und liegen nun mitten auf dem Weg. Unser Dach hat sich erneut als undicht erwiesen und im Wohnzimmer kann man nun ein Schwimmbad aufmachen und zu allem Überfluss hatten wir fast den ganzen Tag Strom- und Internetausfall.
Ich bin mittags dann mit ein paar anderen nach Little Rock. Sind dort erst in einem chinesischen Restaurant essen gegangen: super günstig und total klasse. Wasser, eine Suppe nach Wahl, eine Frühlingsrolle und ein riesengroßes Essen nach Wahl. Zusammen 5,40 $. Dazu echt ein richtig schickes Restaurant und tollem Service. Kaum zu überbieten!

Danach bin ich, leider alleine, weil der Rest lieber shoppen wollte (scheiß Kulturbanausen) ins Bill Clinton Museum gegangen. 5$ Eintritt für Studenten. Dort kann man das das orginalgetreue Büro und den Konferenzraum von Bill Clinton sehen, die Präsidentenlimosine und und und. Dazu kann man auf drei Etagen noch allen Möglichen Kram von den Wahlen, Videos und Bilder sehen. Super interessant und hat sich allemal gelohnt.

Samstag, 13. September 2008

Heifer International - eine Organisation mit internationaler Größe

Ich war am Freitag in Little Rock und durfte mir dort die Zentrale von Heifer International Arkansas anschauen. Ich wusste gar nicht, dass Heifer International wirklich so eine riesen Organisation ist, aber ich wurde gestern eines besseren belehrt. Schon alleine das Gebäude ist riesig und ich schätze mal, dass dort mehrere hundert Leute arbeiten. Das ganze ist sogar so groß, dass jetzt noch weitere Gebäude dazu gebaut werden. Von den Bauarbeiten und wie die neuen Gebäude aussehen sollen durfte ich mir dann auch gleich schon anschauen. Bauhelm auf und los ging es mit der Architektin. Die Gebäude werden am 5. Juni 2009 eröffnet. Eines der großen Gebäude ist dann auch ein Education-Center, wo etwa 90 Volunteers arbeiten werden. Ich hab mir dann überlegt, ob ich nicht vielleicht zum Ende meines Freiwilligen Dienstes so gegen Juni noch 2 Monat dort arbeiten will und hab dann auch gleich dort nachgefragt. Antwort: Möglich wäre es, nur derzeit ist nicht geplant dort extra Häuser für die Voluntäre zu bauen. Sprich nach derzeitigem Stand müsste ich dann immer zwischen Perryville und Little Rock pendeln. Also mal sehen, hat ja auch noch was Zeit.


Danach gings in eine Pizzeria in Little Rock (auf Einladung der Ranch). Und es ist wirklich so wie man es sich vorstellt: Zig mehr oder weniger beleibte amerikanische Familien futtern hier Pizzen in sich hinein, bis sie platzen (natürlich alles "All you can eat"). Leider sieht man das nicht nur den Eltern an, sondern auch den Kindern. Aufgefallen ist mir ganz besonders auch die große Auswahl an Pizzen. Die mixen hier wirklich alles und tun sogar Schokolade auf die Pizzen...

Von Little Rock hab ich leider nur sehr wenig gesehen, weil wir nur zur Zentrale, dann zur Pizzeria und dann wieder nach Perryville gefahren sind. Vielleicht sehe ich morgen mehr von der Stadt.
Heute hatte ich dann wirklich frei. War erst laufen, hab dann Football geschaut und danach einige Telefonate geführt. Die U.S. Bank hat nun endlich meine Visa Karte freigeschaltet *jippi*. Ab 14 Uhr gingen dann hier überall die Alarmmelder. Jedes Haus hat einen Tornadomelder und der fängt sofort an Alarm zu schlagen, sobald die umliegenden Wetterstationen Tornardogefahr ausgeben (im Notfall soll man halt auch mitten in der Nacht geweckt werden). Auf allen TV-Kanälen gibts dann nur noch eine Sendung: Wetterdienst. Wir haben uns das ca. 2 Stunden angeschaut, beobachtet wie Tornardo Ike sich Perryville näherte. Etwa 20 Meilen bevor er dann etwa Perryville erreichte, mussten wir dann das Haus verlassen und in ein benachbartes Haus wechseln, weil es dort sicherer ist. Naja am Ende war es viel Hokuspokus um nichts. Es hat zwar geregnet wie aus Eimern, der Wind pfeifft auch mittlerweile ordentlich hier, aber in meinen Augen kein Grund in den Luftschutzbunker zu springen. Hoffentlich ist morgen nach dem Aufstehen nicht alles überflutet.

So on. Macht euch keine Sorgen, mir gehts gut ;-)